Anleihemarkt unter Blasenverdacht

Jahrzehntelang galten Anleihen als sichere und krisenfeste Anlageform. Sie waren besonders gut geeignet um als alternative Anlage zu Aktien Schwankungen am Aktienmarkt auszugleichen. Insbesondere Staatsanleihen galten in den vergangenen fünfzig Jahren immer als sicherer Hafen. Das ist in den letzten Jahre anders geworden, nicht zuletzt im Zuge der Finanzkrise. Der Anleihemarkt bietet gegenwärtig keinen wirklich erfreulichen Ausblick. Es ist nicht mehr zu übersehen: zunehmend unsichere Staatsanleihen prägen das Bild. Längst ist die Mehrzahl aller Staaten völlig überschuldet. In der EU sind zahlreiche Staaten nicht mehr kreditwürdig und nur Ausnahmen wie Deutschland, Österreich oder Norwegen stellen noch Inseln der Bonität dar. Dementsprechend werden die Staatsanleihen dieser Länder auf dem Anleihemarkt seit einiger Zeit sogar mit einem negativen Zinssatz gehandelt. Mit anderen Worten, der Anleger zahlt sogar dafür, diesen wenigen noch zahlungsfähigen Staat Geld leihen zu dürfen. Alternativen gibt es kaum, denn auch bei Banken sind derzeit praktisch keine Zinsen mehr zu bekommen. Es gibt allen Grund zu der Annahme, dass aus dem Markt für Staatsanleihen längst eine Blase entstanden ist, die eines Tages platzen wird.

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